2018 - Mozart-Requiem
 

"Packend, erschütternd, wunderschön" 

 

Ein Gespräch mit Martin Sieveking über Mozarts Reqiem und die Probenarbeiten zum 3. großen Konzerprojekt der Schule 


Martin Sieveking, Mozarts Requiem gilt als der bekannteste und gleichzeitig geheimnisvollste Torso der Musikgeschichte. Was erwartet uns am kommenden Freitag?
 
 Das Werk ist unter mysteriösen Umständen bei Mozart in Auftrag gegeben worden. Beim Komponieren dieser Toten-Messe muss Mozart immer mehr gespürt haben, dass es sich bei diesem Werk nicht um irgendeine Gelegenheitsarbeit handelte, sondern vielmehr um seinen eigenen Schwanengesang. Seine Gesundheit verschlechterte sich, starke Schmerzen erschwerten ihm die Arbeit, so dass er auf die Mithilfe einzelner treuer Schüler angewiesen war, um voranzukommen. 
 
Der Dramatiker Thornton Wilder hat in einer kleinen Theaterszene die geheimnisvolle Auftragssituation nachgezeichnet und die Figuren Wolfgang und Konstanze Mozart mit dem "grauen Boten" zusammengebracht. Im Konzert am 2. November werden nach dem "Ave verum", das lediglich vier Minuten dauert, drei Schüler aus dem Chor der Studienstufe, nämlich Hannah Bernstein, Julius Lanz und Marius Nitzbon, die Theaterszene von Wilder rezitieren.
  
Vor einem Jahr haben Sie mit der Arbeit an diesem großen Konzertprojekt begonnen. Wie war der Probenprozess ?
 
Eine Woche vor dem Konzert kann ich aufgrund der letzten Proben versprechen, dass das Konzert von einer ganz besonderen Intensität geprägt sein wird. Die Sängerinnen und Sänger haben sich im Laufe des Jahres mit einer Interpretation vertraut gemacht, die die Kontraste und emotionalen Momente in Mozarts Musik voll auslotet. Mal schlägt Mozart tröstende Töne an, dann wieder werden die Ängste und Befürchtungen in Angesichts des Todes in den Vordergrund gerückt. Packend, erschütternd, wunderschön!
  
Welche Bedeutung hat dieses Werk für Sie persönlich?
 
Ich habe das Mozart-Requiem bisher erst zweimal in meinem Leben gesungen, aber diese Musik ist dennoch seit meiner Jugend so tief in mir verankert, dass ich die Gelegenheit, gerade dieses Werk mit so motivierten und tollen Sängern und Orchestermusikern aufführen zu dürfen, als ganz großes Glück erlebe. Ich bin ganz sicher, dass viele der intensiven musikalischen Eindrücke direkt bei den Zuhörern ankommen werden. 
  
Was wünschen Sie sich für das Konzert?
 
Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Familien unserer Schulgemeinschaft mit ihren Kindern das Konzert besuchen würden. Denn eigentlich wurde der Projektchor ja gegründet, um solch große Werke gemeinsam mit Schülern auf die Bühne zu bringen. Wenn die Schüler der jüngeren Jahrgänge durch die Aufführung am Freitag das Vertrauen gewinnen, dass es sich lohnt, Großes zu erarbeiten und aufzuführen, wird sich vielleicht in den nächsten Jahren der Oberstufenchor auf derartige Projekte einlassen können.
 
Das Gepräch führte Rebecca Bernstein